Ein vorerst letztes mal wird heute unser aller Lieblings-DJ Michel die MP3-s durch die Musikabspielsoftware jagen, bevor es ihn dann in den Süden der Republik verschlägt. Wir brauchen also Nachwuchs an den Plattentellern und rufen hiermit dazu auf, euch bei uns zu bewerben. Vonnöten sind lediglich ein guter Musikgeschmack und gute Kopfnoten auf dem Abizeugnis. Gibt es die eigentlich noch, Kopfnoten? Habe gar nicht drauf geachtet bei den Zeugnissen meiner Kinder. Falls es keine mehr geben sollte, reicht für die DJ-Bewerber auch ein gewinnendes Äußeres. Apropos gewinnendes Äußeres: heute zu Gast sind zwei Urgesteine der Lesebühnenszene, Uli Hannemann und Spider, man muß keine Worte über sie verlieren.
RN
Donnerstag, 18. März 2010
Mittwoch, 10. März 2010
Der Vorteil von Facebook ist, daß man da niemandem die Hand geben oder sich mit der Frage quälen muß, ob man ihn nicht sogar drücken sollte
Ich bin jetzt auch bei Facebook, aber ich weiß gar nicht, was ich da machen soll. Aber immerhin muß ich auch nichts machen, das ist das angenehme an sozialen Netzwerken im Internet. Im Gegensatz zum realen Leben, zur Geburtstagsfeier meiner Mutter am Wochenende zum Beispiel, wo ich die meisten Leute vor zehn Jahren oder länger das letzte mal gesehen habe. Mein Dilemma: Wem gebe ich nur die Hand, wen drücke ich? Wenn ich Tante X vor zehn Jahren gedrückt habe, wessen ich mir aber nicht sicher bin, muß ich Tante X auch diesmal drücken, sonst fragt sie sich, aus welchen Gründen ich plötzlich diese Distanz aufbaue. Und wenn ich Tante X drücke, muß ich dann nicht auch Tante Y und Tante Z drücken, obwohl ich denen vielleicht früher nur die Hand gegeben habe? Wenn ich aus Versehen jemanden Bekannten meiner Mutter drücke, dem ich früher nur die Hand gegeben habe, sieht es vielleicht so aus, als hätte ich keine Freunde und suche nun welche im Bekanntenkreis meiner Mutter. Schlimm auch: Wenn man gerade dringend aufs Klo will und sich in diesem Moment ein Verwandter zu einem setzt, um einen zu fragen, wie es denn beruflich läuft. Wie lange muß man sich dann unterhalten, bis die Entschuldigung, man müsse aufs Klo, nicht mehr wie eine Ausrede aussieht?
Wißt ihr Antworten auf diese Fragen? Wollt ihr von uns auch gedrückt werden an der Kasse? Oder ist euch ein dahingemurmeltes "Hallo" schon zu aufdringlich?
Viele Fragen, morgen wird es vermutlich viele Antworten auf ganz andere Fragen geben, wieder mit dabei ist "Gotti" und wieder sind wir in der Stenzerhalle und wieder wird es hoffentlich ein schöner Abend, bis dann. RN
Wißt ihr Antworten auf diese Fragen? Wollt ihr von uns auch gedrückt werden an der Kasse? Oder ist euch ein dahingemurmeltes "Hallo" schon zu aufdringlich?
Viele Fragen, morgen wird es vermutlich viele Antworten auf ganz andere Fragen geben, wieder mit dabei ist "Gotti" und wieder sind wir in der Stenzerhalle und wieder wird es hoffentlich ein schöner Abend, bis dann. RN
Dienstag, 2. März 2010
Wir sind wieder zurück in der Stenzerhalle vom RAW-Tempel!!
Das ist eigentlich schon Grund genug, diese Woche mal wieder vorbeizuschauen. Trotzdem weisen wir hier auf unseren Überraschungsgast Gotti von Tiere streicheln Menschen hin, der uns bereits wiederholt besucht und der bei den Frauen im Publikum mit seinem Schnauzbart jedes Mal für erotische Wallungen gesorgt hat. Nicht minder wirkmächtig unser Überraschungs-DJ Michel, mit dem wir nach der Lesung bis in den Mai raven werden, sofern unsere Kräfte es denn zulassen. Eigentlich würde ich an dieser Stelle den Eintrag gerne beenden, aber diejenigen, die uns nur aus dem Skandal kennen, mache ich noch darauf aufmerksam, dass man zum RAW-Tempel R.A.W.-Tempel sagt - so wie Reichsbahnausbesserungswerk - und nicht raw-Tempel - so wie grob auf Englisch - und dass dieser in der Revaler Straße 99 unweit der Warschauer Straße liegt. Die dazugehörige Stenzerhalle befindet sich hier auf dieser Abbildung im gelben Gebäude rechts unten. Also rein zum Tor 2, das große Haus linkerhand gegen den Uhrzeigersinn umrunden und dann die letzte Tür auf der Längsseite. Da sind wir.
S.S.
S.S.
Mittwoch, 24. Februar 2010
Keine Olympischen Winterspiele in Berlin!!
An diesem Donnerstag starten wir unsere Kampagne gegen die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele in Berlin. Diese sind momentan zwar noch nicht geplant, aber wir wollen Fakten schaffen, bevor die da oben es tun. Das wird es uns ermöglichen, die Olympiabefürworter zu überrumpeln. Wer sich unserer Initiative anschließen möchte, der kann dies ganz einfach hier durch einen Kommentar tun, in welchem er beispielsweise erläutert, was man stattdessen in Berlin ausrichten könnte Oder dadurch, dass er morgen zu unserer Lesung in den Skandal kommt. Selten seit Saufen gegen Rechts und Kiffen gegen die Räumung der Liebigstraße 14 war politisches Engagement so vorausschauend, so effektiv und so angenehm zugleich. Für den adäquaten Soundtrack wird unser Reimport Michel sorgen, den wir extra aus Freiburg einfliegen lassen werden, damit er die Turntables mit den fettesten Beats aus dem Breisgau beschichten und euch so die Disko eures Lebens verschaffen wird. Und das nicht erst nach der Lesung, sondern auch bereits davor und in den beiden Pausen.
S.S.
S.S.
Mittwoch, 17. Februar 2010
Das Astra-Kulturhaus ist da hinten, wo Astra dran steht. Man kann auch erstmal gucken, bevor man uns genervte Leser fragt, die eigentlich nur deshalb
in der Kälte am Tor 1 und 2 vom RAW stehen, um nicht informierten Besuchern unserer Lesung den Weg zum Skandal zu weisen, wo wir momentan auftreten.
Manchmal denkt man, man sollte seinen Namen ändern und alles wird besser, weil man dann nicht mehr mit ständig wiederkehrenden Fragen danach gelöchert wird, ob die Initialen SZ im Blog denn für Süddeutsche Zeitung stehen oder für Swaziland. Danach stellt man fest, dass auch SS mit falschen Konnotationen verbunden ist. Aber wie soll man sich dann nennen, um Mehrdeutigkeiten bei den Initialen auszuschließen? Robert Naumann? Geht nicht wegen Royal Navy oder Route nationale. Dan Richter? Bereits durch Dean Reed belegt, auch wenn der nicht mehr bloggen dürfte. Kirsten Fuchs? Welcher Leser denkt da nicht an Kloten Flyers oder Kaufbeuren? Andreas Kampa? Abendkasse, Alföldi Kéktúra, Aujeszkysche Krankheit, Adenylat-Kinase sind nur die naheliegendsten Assoziationen, die durch ein AK beim Betrachter hervorgerufen würden. Und was ist mit Jochen Schmidt? Wer wird bei JS nicht sofort an den Freiburger Germanisten und Literaturwissenschaftler erinnert? So flüchtetet man sich aus dem SS notgedrungen in ein wenig elegantes Ste.Ser., in der Hoffnung, so alle Zweifel über eventuelle historische Anspielungen auszuschließen. Aber dann fragt man sich wieder, ob man Vor- und Zunahme nicht gleich ganz ausschreiben sollte, so wie Adolphe Hitzig, den ein Ado.Hit. nicht vom Verdacht freisprechen würde, eine braungefärbte Weltanschauung zu haben. Irgendwann erscheint dann doch wieder ein S.S. am besten. So überlässt man der Schutzstaffel wenigstens nicht das komplette Feld. Ob sich Paul Bokowski und Yvonne dieselben Fragen stellen, könnt ihr morgen persönlich in Erfahrung bringen. Da sind die beiden nämlich bei uns zu Gast, Surfpoet und Brauseboy Paul an unseren Mikros und Musikkennerin Yvonne an unseren Turntables, die allerdings vermutlich wieder aus ihrem Laptop bestehen.
S.S.
Manchmal denkt man, man sollte seinen Namen ändern und alles wird besser, weil man dann nicht mehr mit ständig wiederkehrenden Fragen danach gelöchert wird, ob die Initialen SZ im Blog denn für Süddeutsche Zeitung stehen oder für Swaziland. Danach stellt man fest, dass auch SS mit falschen Konnotationen verbunden ist. Aber wie soll man sich dann nennen, um Mehrdeutigkeiten bei den Initialen auszuschließen? Robert Naumann? Geht nicht wegen Royal Navy oder Route nationale. Dan Richter? Bereits durch Dean Reed belegt, auch wenn der nicht mehr bloggen dürfte. Kirsten Fuchs? Welcher Leser denkt da nicht an Kloten Flyers oder Kaufbeuren? Andreas Kampa? Abendkasse, Alföldi Kéktúra, Aujeszkysche Krankheit, Adenylat-Kinase sind nur die naheliegendsten Assoziationen, die durch ein AK beim Betrachter hervorgerufen würden. Und was ist mit Jochen Schmidt? Wer wird bei JS nicht sofort an den Freiburger Germanisten und Literaturwissenschaftler erinnert? So flüchtetet man sich aus dem SS notgedrungen in ein wenig elegantes Ste.Ser., in der Hoffnung, so alle Zweifel über eventuelle historische Anspielungen auszuschließen. Aber dann fragt man sich wieder, ob man Vor- und Zunahme nicht gleich ganz ausschreiben sollte, so wie Adolphe Hitzig, den ein Ado.Hit. nicht vom Verdacht freisprechen würde, eine braungefärbte Weltanschauung zu haben. Irgendwann erscheint dann doch wieder ein S.S. am besten. So überlässt man der Schutzstaffel wenigstens nicht das komplette Feld. Ob sich Paul Bokowski und Yvonne dieselben Fragen stellen, könnt ihr morgen persönlich in Erfahrung bringen. Da sind die beiden nämlich bei uns zu Gast, Surfpoet und Brauseboy Paul an unseren Mikros und Musikkennerin Yvonne an unseren Turntables, die allerdings vermutlich wieder aus ihrem Laptop bestehen.
S.S.
Mittwoch, 10. Februar 2010
Der Gang im Skandal ist da, wo das Klo ist, aber auch noch davor und dahinter
Auch für mich stellt sich jeden Donnerstag an der Kasse aufs Neue dieselbe Frage: Wo sind im Skandal eigentlich die Toiletten? Das Männerklo würde mir reichen, aber nicht mal zu den Frauen habe ich es bisher alleine geschafft. Schön wäre es in solchen Momenten, wenn man von einem oder mehreren Chaussee-Besuchern eben nach diesem Ort gefragt würde. Weil man dann merken würde, dass man mit seinen Bedürfnissen und seiner Hilflosigkeit nicht ganz allein ist. Aber heutzutage traut sich ja keiner mehr, einen Kassierer überhaupt noch nach irgendwas zu fragen. Ich weiß nicht, woher diese Berührungsängste kommen. Noch schöner wäre es natürlich, wenn aus dieser Frage Suchgemeinschaften entstünden. Denn wer sucht schon gerne allein? Aber aus diesem Wunsch sprechen wohl wieder meine übergroße Naivität und Philantrophie. Ich werde wohl auch diesen Donnerstag wieder traurige Figuren in den Schnee der Gryphiusstraße zeichnen. Vielleicht werde ich dort auf Paul Bokowski treffen, der erst nächste Woche bei uns zu Gast ist, sich aber vielleicht diesen Donnerstag schon mal einen Überblick über die Lage der sanitären Anlagen verschaffen wird, damit er dann nicht so hilflos umherirrt wie ich.
Ste.Ser.
Ste.Ser.
Donnerstag, 4. Februar 2010
Das Klo im Skandal ist im Gang, man kann auch einfach erstmal selber gucken, bevor man die ohnehin überforderten Kassierer mit derlei Fragen belästigt
Manchmal habe ich das Gefühl, hier bloggend eine Rohrpost zu verschicken, verglichen mit den Annehmlichkeiten eines Facebook-Eintrags. Seltsamerweise gilt vielen Facebook als das Böse, während man aber bei zahlreichen E-Mail-Diensten angemeldet ist und Google benutzt. Die Tatsache, daß man sich im Internet "befreunden" kann hat zu einer Romantisierung des Konzepts "echter Freund" geführt, das die wenigsten, die das für sich reklamieren, ja mit Leben erfüllen, indem sie mich zum Beispiel außerhalb eines Zeitintervalls, das sich mit meinem Geburtstag deckt, anrufen, geschweige denn beschenken. Gibt es eigentlich noch richtige Papier-Telegramme? Vielleicht hat vorhin so ein übriggebliebener Telegramm-Bote an meiner Tür geklingelt, aber ich habe nicht aufgemacht. Wir leben in einer Zeit, in der unangemeldetes Klingeln an der Tür nichts Gutes bedeuten kann. Eigentlich bräuchte ich gar keine Türklingel mehr, wir leben doch nicht mehr im 19.Jahrhundert! Eher eine Klingel an der Haustür, mit der ich signalisieren kann, wenn ich gerne Besuch hätte. Dann kann man als zufälliger Passant reinkommen, das wäre bestimmt schön. Ich bestimme ja auch selber, wann ich meine E-Mails lese, nämlich asynchron. Was hat das mit heute Abend zu tun? Nichts! Wer bis hierher gelesen hat wird nicht mit einem überraschenden intellektuellen Bogenschlag belohnt, wir verweigern uns solchem zweckrationalen Denken, hier wird noch lustvoll die Lebenszeit des Lesers verschwendet. Wir haben heute zwei Gäste, den berühmten Slammer Mischa-Sarim Vérollet, der sich offenbar besser mit Internet-Seiten-Machen auskennt als wir, und den sympathischen Autor und Philosophen Florian Werner, der vielleicht aus seinem Überraschungserfolg "Die Kuh: Leben, Werk und Wirkung" lesen wird. JS
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