Chaussee der Enthusiasten
Die letzte Show



LESEBÜHNE - 20:00 Uhr
Nur noch am Mittwoch, dem 9.12. in der Alten Kantine

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Hunde, Katzen, Angeln und Sachsen

Katzen, um mal diesen Blog-Eintrag mit einem Internet-Unwort zu beginnen, sehen die Welt ähnlich wie wir Menschen, aber ihre visuelle Wahrnehmung stellt vor allem auf Bewegung scharf, während alles andere eher verschwommen erscheint.
Könnte das der Grund sein, warum Besucher der Chaussee der Enthusiasten zwar immer wieder versuchen, Hunde in die Veranstaltung zu schleusen, nie aber Katzen? Diese würden nämlich der eher bewegungsarmen Show schlecht folgen können. Hunde hingegen sind im Gegensatz zu Katzen in der Lage, sich Wörter zu merken, genau die Fähigkeit, die man benötigt, um eine Lesung genießen zu können. 
Die Engländerin Jacinta Nandi von den Surfpoeten und der Sachse Michael Bittner von der Lesebühne Sax Royal werden heute unsere Gäste sein. 

Mittwoch, 9. Oktober 2013

Jetzt kommentiere mal: Erdnussbutter, EK-Bewegung, Pädomorphose

Der derzeit populärste Artikel der Wissenschafts-Website Popular Science befasst sich mit einer einfachen Diagnosemethode für Alzheimer. Man braucht dafür lediglich ein Glas Erdnussbutter und ein Bandmaß. Wer die Erdnussbutter mit dem linken Nasenloch deutlich schlechter als mit dem rechten erschnüffeln kann, leidet höchstwahrscheinlich an Alzheimer. Ob dieser Test von der Erdnussbutter-Industrie oder den Bandmaßherstellern gesponsert wurde, wird in dem Artikel nicht erwähnt. Man kann durchaus vermuten, dass der Absatz an Bandmaßen nach der Auflösung der Nationalen Volksarmee und der mit ihr verbundenen bandmaßnutzenden EK-Bewegung stark zurückgegangen ist, andererseits wurde die Studie in der Universität Florida erstellt, eine Location, die mit dem Bandmaßabsatz in Ostdeutschland allenfalls peripher zu tun haben dürfte. Täte es auch irgendeine andere aromatische Butter? Z.B. ist der Duft der Augenbutter nach unserer Einschätzung noch unzureichend untersucht. Oder muss es ein nussiges Lebensmittel sein. Wie wäre es dann mit Nudossi.
Bei Popular Science kann man übrigens seit einigen Wochen keine Artikel mehr kommentieren. Der Grund: Im Internet dominiert oft eine emotional argumentierende Minderheit, die dann die Meinung der Mehrheit unterspült. Wir hingegen verbieten Kommentare nicht, sondern freuen uns über jeden Buchstaben. Vielleicht sind unsere Posts auch zu unkontrovers, um genügend Hasskommentare auf sich zu ziehen.
Mal sehen:
Impfung
Mohammed
FDP
Klimalüge
Pädomorphose
Stadtschloss
Rauchverbot
Mixed Martial Arts

Unser Gaststar am Donnerstag, dem 10. Oktober ist der sagenumwobene Detlef Kuhlbrodt, dessen seltene Auftritte noch jede unserer Shows veredelt haben.

Donnerstag, 3. Oktober 2013

Einheit Popeinheit

Der dritte Oktober. Ein Tag zum Feiern? Vielleicht. Aber auf jeden Fall auch ein Tag des Innehaltens. Was ist mit denen, denen nicht zum Feiern zumuten ist? Den Dänen, zum Beispiel.
Eine Frage, die ich mir an jedem zweiten dritten Oktober stelle, lautet: Warum heißt der dritte Oktober Tag der deutschen Einheit? Schauen wir uns doch mal an, was damals passiert ist: Am 3. Oktober 1552 rückten die Truppen Iwans des Schrecklichen in die Stadt Kasan ein, dabei wurde alles verbrannt - Moscheen, Häuser, Paläste, angesagte Kneipen. Mag sein, dass die Russen, die ja dann dort den ersten Kreml errichteten, dies feiernswürdig fanden, die Kasaner bestimmt nicht. Und was das alles mit deutscher Einheit zu tun haben soll, bleibt mir wohl für immer unklar.
So unklar wie die Frage, ob wir auch an Feiertagen vorlesen. Natürlich tun wir das. Weihnachten, Silvester, Mariä Empfängnis, deutsche Einheit, bulgarische Zweiheit, klingonische Dreiheit.
Unsere Gäste heißen heute Uli Hannemann und Konrad Endler. Und Kirsten Fuchs wird ihr rar gewordenes Antlitz einmal wieder dem interessierten Volke zeigen.

Donnerstag, 26. September 2013

Afro-Primzahlen und Anti-Schwäne

Werden wir die Primzahlen verstehen, bevor uns die schwarze Energie unser Universum zerreißt? Und wenn nein, ist uns dies aber vielleicht in einem Paralleluniversum möglich? Warum hat die Materie beim Armdrücken gegen die Antimaterie gewonnen? Da ja nun Tiere auch Werkzeuge herstellen, miteinander kommunizieren und sich im Spiegel erkennen können, ist dann das Kochen der wichtigste Punkt, in dem wir uns von ihnen unterscheiden? Sind "Die sechs Schwäne" identisch oder teilidentisch mit "Die wilden Schwäne"? Würde Andersen heutzutage deswegen verklagt?
Wieviele Afrodeutsche sitzen im neuen Bundestag? Einer oder zwei? Von Karamba Diaby (SPD) berichteten zunächst die meisten Zeitungen, dann auch mit einiger Verspätung von Charles M. Huber (CDU). War er ihnen nicht Afro genug? Wie Afro muss man sein, um als Afrodeutscher durchzugehen? Sind wir letztlich nicht alle Afrodeutsche?
Welche dieser Fragen werden wir heute Abend im Badehaus Szimpla beantworten?
Kommt und erlebt es selbst, wenn wir mit unseren Gästen Spider und Ahne kecke Texte lesen.

Donnerstag, 19. September 2013

Das haut den stärksten Zombie um

Die Leidenszeit neigt sich dem Ende entgegen, aber immer noch müssen wir einen ganzen Monat warten bis zur Ausstrahlung der vierten Staffel von "The Walking Dead". Wie nutzt man die lange zombiefreie Zeit zwischen den Staffeln am besten? Richtig, man informiert sich im Netz, wie man eine reale Zombie-Apokalypse am besten übersteht. Wenn die Zombies so harmlos sind wie in "The Walking Dead", dann reicht es im Prinzip aus, sich fit zu halten und wegzurennen. (Dass in der Serie trotzdem alle Nase lang jemand den Löffel abgibt, liegt ja vor allem daran, dass die Regeln nicht beachtet werden).
Bei Monster-Zombies (oder Zombie-Monstern) allerdings ist es mit Weglaufen nicht mehr getan und auch herkömmliche Waffen dürften kaum etwas ausrichten.
Es ist beruhigend zu wissen, dass es Menschen gibt, die sich darum Gedanken machen:  Heute zu Gast: die quicklebendigen Jochen Reinecke und Thilo Bock.

Mittwoch, 11. September 2013

Verbessererinnen


Diese sprachliche Zumutung diskutierten wir letzte Woche. Diese Kampagne kostet Rewe sicherlich ein flottes Milliönchen. Hätten die Geschäftsführer da nicht wenigstens einen Praktikanten mal draufschauen lassen können, bei dem es in Deutsch nicht nur zur Drei Minus gereicht hat? Wir fragen uns außerdem, warum Rewe nicht so konsequent ist, die "Genuss-Verbesserin" im Untertitel auch "Verkäufin" zu nennen. Wir freuen uns jedenfalls über jede Sprach-Verbessererin, die die Zumutungen öffentlicher Werbung zumindest grammatisch ein wenig mindert.
Einen großen Stilisten haben wir morgen, am Donnerstag, dem 12. September, zu Gast: Andreas Gläser, unser Gründungs-Mitglied schaut mal wieder nach dem Rechten. Und "Foxy Freestyle" werden uns eine kleine Kostprobe ihrer Tarantino-Improvisation verabreichen.

Donnerstag, 5. September 2013

Die bessere Wahl

Diesem Artikel von Kathrin Passig und dessen Fazit, Politik müsse kompliziert sein, um gerecht zu sein, kann ich grundsätzlich beipflichten. Daher bedarf auch das Wahlsystem einer gründlichen Erneuerung. Das bisherige Verfahren ähnelt sowohl in der wenig komplexen Ausführung als auch der mangelhaften Aussagekraft einem Multiple-Choice-Test, bei dem man auch mit einem diffusen Halbwissen die richtigen Kreuze machen kann.
Ich wäre dafür, trotz des ungeheuren Mehraufwands, eine Begründungspflicht für das gemachte Kreuz einzuführen. Diese Begründungen müssten dann von einer unabhängigen Jury, bestehend aus der geistigen Elite des Landes, also sagen wir: Ranga Yogeshwar und dem einen von Galileo, der immer die Fakten checkt und mir, bewertet werden. Denkbar wäre die Vergabe von minimal 0 bis maximal zehn Punkten. Neben dem Inhalt sollte auch die Form (Schriftbild, Rechtschreibung und Grammatik) bei der Punktevergabe berücksichtigt werden, wobei aus Rücksicht auf intelligente Legastheniker der Inhalt stärker gewichtet werden sollte.
Auf diese Weise entstünde nicht nur ein deutlich differenzierteres Bild der deutschen Wähler als bisher, auch das Wahlergebnis dürfte um einiges von den Prognosen abweichen. Schon allein aus dem Grund, dass ich gar nicht so unabhängig bin, wie ich vorgebe, und die Begründungen bei FDP-Kreuzen durchweg mit 0 Punkten bewerte, aus dem sicheren Gefühl heraus, dass nicht sein kann, was nicht sein darf.
Ähnlich kompliziert wie Politik sind unsere heutigen Gäste, allesamt kapriziöse Diven, denen schon eine Ankündigung ihrer Person in einem Blog ohne den Zusatz "Weltstar" ausreicht, um wochenlang mit einem Schmollmund durch die Gegend zu rennen.
Heute also dabei: die Weltstars Spider, Ahne und Andrés Atala-Quezada.