Chaussee der Enthusiasten
Die letzte Show



LESEBÜHNE - 20:00 Uhr
Nur noch am Mittwoch, dem 9.12. in der Alten Kantine

Dienstag, 11. Oktober 2011

Ein Fall für die Staatsanwaltschaft

Es gleicht immer wieder einem Wunder, dass wir überhaupt noch auftreten. In anderen Ländern würde man uns für unsere Schriften vermutlich steinigen. In Deutschland ist das zum Glück nicht erlaubt. Hierzulande bleibt für unliebsame Autoren aber immerhin noch das Gefängnis, woran Thorsten Herbig, Amazon-Kunde und Käufer von Föhn mich nicht zu erinnert:

„Dieses Buch ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft! Ich habe bis etwa zur Mitte tapfer durchgehalten aber irgendwann konnte ich nicht mehr, wenn ich nicht beim Lesen vor Wut patzen wollte. Was hier als "Lustige Lektüre zwischendurch aus dem Schulalltagsirrsinn" angepriesen wird, ist in Wahrheit ein Geständnis eines Typen, der eingesperrt gehört.“

Wer weiter in der Rezension schmökern möchte, kann dies an dieser Stelle tun. Auf jeden Fall sollte jeder von euch am Donnerstag noch mal bei der Chaussee der Enthusiasten vorbeischauen, wo der Verfasser des inkriminierten Werkes, besser: der Verbrecher, möglicherweise zum letzten Mal auf der Bühne stehen wird, falls die Herren von der Staatsanwaltschaft nicht schneller sind. Aber egal, jeder Künstler ist ersetzbar, auch derjenige von uns, der diese Woche vom altehrwürdigen Bov Bjerg, Urgestein der Berliner Lesebühnenlandschaft, vertreten wird.
S.S

Dienstag, 4. Oktober 2011

Schlimmer geht’s nicht

Sind Deutschlehrer eigentlich die schlimmsten aller Pauker? Man muss nicht bis zu einem Klassiker wie Sebastian Krämer zurückgehen, um sich diese Frage zu stellen. Denn sie ist auch heute noch aktuell wie eh und je. Es reicht ein kurzer Abstecher zur Dathe-Oberschule, wo die Jugendlichen tagtäglich ihre worst teachers-Rankings aufstellen, modifizieren, verwerfen und neu aushandeln. Aber vielleicht ist direkter Kontakt mit den Schülern auf der anderen Seite der Warschauer Straße auch ein bisschen zu heavy. Wer weiß schon, wie diese Schüler ticken, die wegen Turbi-Abi keine Kindheit haben und alle schon in der Pubertät an Burnout und diversen Persönlichkeitsstörungen leiden sollen? Besser nicht ansprechen. Nicht, dass noch einer dieser Teenager ausrastet und seine Beretta zückt oder mit dem Kaugummi spuckt. Außerdem haben wir gerade Ferien. Da sind die sowieso vermutlich alle gerade im Alexa chillen. Lieber diesen Donnerstag wieder zu uns in die Stenzerhalle kommen, wo oben zitierter Chansonnier seine gewagten Thesen mit profunden musikalischen Argumenten untermauern wird. Oder vielleicht auch in eine Battle treten mit Nikolic, der goldenen Stimme Kreuzbergs, unserem zweiten Gast, der mit Sicherheit auch auf manche Lehrer nicht gut zu sprechen sein wird. Meine schlimmste unterrichtete Chemie.
S.S.



Mittwoch, 28. September 2011

Jetzt buchen

Immer auf der Suche nach unentdeckten Subkulturen, sah ich in Plauen dieses verstörende Schaufenster. Hier hatte sich jemand Mühe gegeben, dem Kunden die Schwellenangst zu nehmen, wie man sie vor Sex-Shops, Altersheimen und Polizeiwachen empfindet. "Wir freuen uns", das klang einladend und unkommerziell, schließlich war das Plakat ja auch so menschlich-handgeschrieben und es war ein Grinsezeichen draufgemalt. Die Botschaft drückte Zuversicht aus, mit einem Augenzwinkern, es war doch alles nicht so schlimm, Sex konnte auch Spaß machen, sofern kein Mann dabei war. "Ein paar Freundinnen einladen und los geht's". Jede Frau hat ja ein paar Freundinnen zum einladen, sollen die Herren Göttergatten sich doch ruhig mal selber ihr Abendbrot hinstellen. Das war alles so niederschmetternd, man hatte gar keine Lust mehr, nach Plauen zu fahren, wo die Menschen im neuen Einkaufs-Center, das das halbe Zentrum verbaut, an einem chinesischen Springbrunnenrondell sitzen und Leckereien aus den kosmopolitischen Imbissen schlemmen. Wer ist Schuld an all dem? Vermutlich keiner. Wenn es keine Ausbeuter mehr gibt, muß man die Revolution natürlich gegen sich selbst machen. Was hat die "Chaussee der Enthusiasten" damit zu tun? Einfach ein paar Freunde einladen und los geht's. Wir freuen uns. (Bei welcher Gelegenheit ißt man eigentlich "Penis-Pasta"?) JS

Donnerstag, 22. September 2011

Unser Berlin

Monatelang stand dieser Bücherberg vor meiner Lieblingsbuchhandlung, aber ich spekulierte auf eine weitere Preisreduktion und habe mich verzockt, die Ware ist plötzlich verschwunden. So geht es einem, wenn man den Hals nicht voll genug kriegen kann, am Ende geht man leer aus. "Mein Berlin", wie würde das wohl aussehen? Ich bin zum Beispiel seit Jahren nicht mehr Doppelstockbus gefahren, um den Botanischen Garten habe ich mich auch immer gedrückt. Ich war noch nie im "Tresor", im "Theater am Kurfürstendamm" oder in dem neuen rosanen Kaufhaus am Alex. Eigentlich nehme ich nur einem anderen den Platz weg, der gerne in Berlin wäre. Wißt ihr eigentlich, daß sich auf dem Gelände des RAW-Tempels eine Ernst-Thälmann-Gedenkstätte befindet? Warum sieht es lächerlich aus, wenn Männer kleine Hunde haben? Wieviel Löffel Haferflocken gehören in einen halben Liter Milch? Brauchen wir eine Piraten-Partei, in der auch Frauen mitmachen dürfen? Brauchen wir nicht eigentlich ein eigenes Internet für Frauen? Und was sollen wir bloß mit den Griechen machen? Machen die jetzt unser Europa kaputt? Werden wir irgendwann alle bei Wohlthats verramscht? Es kommt noch so weit, daß wir unsere Texte selber vorlesen müssen, wie im Mittelalter. Was ich eigentlich sagen wollte: heute sind wir alle da. Oder nein, Robert muß arbeiten, haha, stimmt wirklich. JS

Mittwoch, 14. September 2011

Die letzten Vorräte

Diesen Getränkeautomaten, den ich in Bonn, oder wo auch immer in Westdeutschland, auf dem Bahnhof gesehen habe, deutet auf ein Mißverhältnis von Angebot und Nachfrage im Getränkesektor hin. Noch sind die Getränke in Sicherheit, aber zwei Schlösser haben die Coca-Cola-Zombies schon durchgebissen, bald werden sie sich über die letzten Vorräte der Stadt hermachen. Die Klimaerwärmung wird dazu führen, daß eines Tages auch in unseren Breiten normales Trinkwasser so verwahrt werden muß. Ein Menetekel, das uns vor Augen führen soll, wie gut wir es haben, weil wir im RAW-Tempel mit ganz normalem Westgeld Getränke kaufen können, jeder soviel er will. Noch besser haben es nur wir Vorleser, denn wir müssen nichtmal bezahlen. Kein Wunder, daß wir auch an diesem Donnerstag wieder vollzählig sein werden. JS

Mittwoch, 7. September 2011

Die Ordnung der Dinge


Die Entwicklung, die die Menschheit von ihren Anfängen genommen hat, und die jeder Mensch täglich noch einmal selbst nehmen muß, wird von diesem Möbelstück modellhaft dargestellt. Aufsteigend von der Erde und den Bedürfnissen des Körpers ist unsere erste kulturelle Leistung die Körperpflege, und von hier gilt es mit Hilfe von Werkzeug, schöpferisch zu werden und uns dem Himmel zu nähern, um selbst zum Gott zu werden. Diese Woche wird uns dabei Paul Bokowski von den Brauseboys unterstützen und DJ Alfred wird Musik auflegen. JS

Mittwoch, 31. August 2011

Lionel



Morgen bei uns zu Gast: nein, nicht Lionel Ritchie. Das Bild hat überhaupt nichts mit diesem Blogeintrag zu tun, ich finde es nur lustig.
Morgen ist nämlich gar niemand zu Gast, worüber wir uns sehr freuen, denn das bedeutet, dass wir alle da sind. Dasselbe erwarten wir natürlich auch von euch.